Seminarprogramm für das Seminar Berufskolleg, Krefeld
Erläuterungen zum Prozess der Umsetzung
Grundlagen
Die Rahmenvorgabe für den Vorbereitungsdienst in Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung und Schule vom 1.Juli 2004 ist die wesentliche Grundlage der Ausbildungsarbeit in den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung. Alle Ausbildungsinhalte und Tätigkeiten beziehen sich nachweisbar auf die hier benannten Lehrerfunktionen. Dieser Bezug wurde auch bereits in den vorherigen Seminarrahmenkonzepten ausgewiesen und durch Ausbildungsinhalte präzisiert. Die veränderte Sichtweise auf die Ausbildungsarbeit dokumentiert den Paradigmenwechsel zur „Outputorientierung“. Kompetenzförderung war und ist stets das Ziel von Lernen, Lehren und Ausbildung. Der konkrete Nachweis über die Wirkung von Ausbildung durch Angabe von Indikatoren und Evaluationsinstrumenten galt dabei in der verlangten Präzisierung in der Lehrerausbildung als ein neuer Aspekt. Dieser hat sich mittlerweile in der konkreten Seminartätigkeit durchgesetzt.
Erste Schritte
Bereits im Vorlauf dieses Auftrages hat das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Krefeld die standardorientierte Ausbildung an einigen Standards exemplarisch nachgewiesen. Dabei wurden ausgesuchte Standards in Feinzielen konkretisiert, die Lern- und Handlungssituationen zur Standarderreichung sowie Indikatoren und Evaluationsinstrumente zum Nachweis der Kompetenzerweiterung beschrieben. Diese Produkte wurden an die Bezirksregierung weitergereicht. Positiv ist durch diesen Arbeitsprozess im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung sowohl ein Austausch zwischen einzelnen Seminaren sowie mehr Transparenz über die Ausbildungswege und –ziele auch für die Referendarinnen und Referendare in Gang gekommen. Die gesamten Inhalte der Fachseminararbeit wurden in diesem Zusammenhang im Hinblick auf die Zuweisung zu einzelnen Standards aufgelistet.
Erstellung von Ausbildungsprogrammen
Der Auftrag zur Erstellung der Ausbildungsprogramme ist über die Leitung an die Seminarleiter weitergegeben worden. Im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Krefeld wurde dazu in lehramtsspezifischen Sitzungen der Kernseminarleitungen durch die Leiterin des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung informiert. Außerdem wurde dieser Auftrag in den jeweiligen Seminarkonferenzen vorgestellt und diskutiert. Insgesamt werden unter den Seminarausbilder/innen die Standardorientierung und die Verständigung auf ein Curriculum für die Kernseminararbeit begrüßt. Als politisch nicht ganz unbedenklich wird die eventuelle Übernahme der umfangreichen Ausarbeitungen zur Konkretisierung der Seminare durch die Universitäten gesehen, die im Zuge der Neustrukturierung der Lehrerausbildung einen größeren Anteil an der Lehrerbildung abdecken möchten. Die in den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung entwickelten Materialien könnten dazu hilfreich erscheinen. Die Kernseminarleitungen beider Lehrämter haben sowohl in getrennten Sitzungen als auch auf einer gemeinsamen ganztägigen Veranstaltung an der Umsetzung dieses Auftrages gearbeitet. Als sehr hilfreich wurden die überregionalen Tagungen der Bezirksregierung empfunden. Diese haben im Bereich Berufskolleg zu einem gemeinsamen obligatorischen Teil von Kernseminarinhalten der vier BK-Seminare im Bezirk Düsseldorf geführt. Die beiden Seminare in Krefeld haben sich gegenseitig über ihren Arbeitsstand informiert und Teilergebnisse des anderen Lehramts gesichtet. Es hat eine Vereinheitlichung der Darstellungsform für den Ausbildungsplan der vier Halbjahre gegeben. Dieser Prozess ist als sehr positiv im Sinne von Kooperation und Transparenz zu bewerten. Verunsichert wurde der Arbeitsprozess am zweijährigen Ausbildungsprogramm durch die Ankündigungen einer grundsätzlichen Neustrukturierung der Lehrerausbildung sowie durch die lange Phase der Ungewissheit über die möglichen Konsequenzen für den Vorbereitungsdienst. Die positiven Aussagen des Baumert-Gutachtens bestärkten die professionelle Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung. Natürlich ist der Arbeitsprozess am Seminarprogramm nicht abgeschlossen, das Produkt nicht „fertig“.
Im BK-Seminar werden das Ausbildungsprogramm und die Ausbildungsorganisation im vierten Ausbildungshalbjahr des jeweils zweiten aufeinander folgenden Ausbildungsjahrgangs evaluiert und für den nächsten Jahrgang überarbeitet. Außerdem werden stets weitere ausbildungsrelevante Themen wie Qualitätsanalyse, Individuelle Förderung oder Umgang mit Heterogenität im Kollegium besprochen und für die Seminararbeit aufbereitet. Hilfreich für diese Arbeitsschritte wären gesicherte Daten über die Struktur des Vorbereitungsdienstes, da sich daraus wesentliche Konsequenzen sowohl für den Umfang der Ausbildungsinhalte als auch für die Organisation der Seminararbeit ergeben.